PMAZusammenfassung Klasse 5-6 · 2024/2025

Zusammenfassung – Schulaufgabe 2

Projektmanagement · Schulaufgabe 2

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Aufwandsschätzung

  • Während Planungsphase
  • Zur Abschätzung der Gesamtdauer des Projekts
  • „Bekannte Aufgaben lassen sich leichter schätzen als unbekannte“
  • Sind nur Schätzungen – Ggf. falsch
  • Anschließend Terminplanung und Ressourcenplanung inkl. Zuordnung zu den einzelnen Vorgängen
    • Welche Ressourcen?
    • Welche Qualifikationen?
    • Welche Sachressourcen?
    • Wie viele Ressourcen zu welcher Verfügbarkeit?

Methoden

Expertenschätzung

  • Ansatz: Frage jemanden, der sich auskennt (Expert)
  • Wichtig:
    • Experte sollte sich besser auskennen als man selbst
    • Mehrere Experten fragen
    • Experte sollte Teil des Projektteams sein
  • Alternative: Planen zusammen mit dem Team und Ergebnisse zusammenfügen

Analogiemethoden

  • Ansatz: Auf Erfahrungen zurückgreifen und für neue Schätzungen anwenden
  • Tipps:
    • Geeignet für Projekte mit bekanntem Inhalt
    • Lessons learnt: Frühere Planungen/Fehler aus alten Projekten berücksichtigen

Bottom-Up: Fein -> Grob

  • Ansatz: Abschätzung aller kleinen Aufgaben. Aufsummierung aller Aufgaben
    • Braucht Projektstrukturplan mit Arbeitspaketen
  • Beispiel: Hausbau in kleine Schritte: Ausheben, Aufstellen von Wänden etc. Anschließend aufsummieren
  • Risiko: Verzettelung – Zu viel Zeit mit der Planung der Teilschritte verschwendet

Top-Down: Grob -> Fein

  • Ansatz: Gesamtaufwand in einzelne Bereiche des Projekts unterteilen und Plausibilitäten prüfen
  • Wird verwendet wenn alle Aufwände schon grob bekannt sind
  • Geeignet als Plausibilitätsprüfung bei vorgegebenen Aufwänden
    • Rechnung geht nicht auf -> Etwas passt nicht

Projektkosten

  • Direkte Kosten: Für Ressourcen die nur für die Projektdurchführung nötig sind
    • Bsp.: Material, Externe Vertragspartner, Genehmigungen, Gehälter, Lizenzen
  • Indirekte Kosten: Zur Unterstützung der Projektkosten
    • Scheingemeinkosten: Für zur Durchführung erforderliche Ressourcen
      • Bsp.: Büromittel, Miete, Steuern, Sozialleistung, Anlagen, Büromöbel
    • Echte Gemeinkosten: Für Geschäftsbetrieb
      • Bsp.: Serviceabteilung, Personalabteilung, Einkauf, Marketing, Bankgebühren

Planungsvorgang

  1. Erstellung des Projektplans
  2. Strukturierung der Arbeitspakete (AP)
  3. Kostenschätzung pro AP für Personal, Material, Dienstleistungen
  4. Erstellung des Kostenplans
    1. Kostenverlauf pro Monat

RACI-Matrix

  • Welche Projektbeteiligten sind wofür verantwortlich

Bedeutung

  • Responsible: Verwantwortlicher für Durchführung einer Aufgabe
    • Eine Person – kann aber weitere Personen hinzuziehen
  • Accountable: Prüft korrekte Durchführung/Ergebnisse
    • Delegiert Aufgaben an „Responsible“
  • Consulted: Wird zur Durchführung befragt
    • Fachexperten/Dritte, die nicht direkt an der Durchführung beteiligt sind
  • Informed: Erhält Informationen über Ergebnisse
    • Kommunikation in der Regel nur einseitig

Erstellung

  • Welche Aufgaben gibt es?
  • Welche Rollen sind beteiligt?
  • Wer ist wofür verantwortlich?

Beispiel – Gebäudebau

AufgabeResponsibleAccountableConsultedInformed
BauplanungArchitektBauherrBauunternehmerIngenieure
GenehmigungsverfahrenBauherrBehördenIngenieureArchitekt
BauausführungBauunternehmerBauherrIngenieureArchitekt
QualitätssicherungBauunternehmerBauherrIngenieureArchitekt
InbetriebnahmeBauunternehmerBauherrIngenieureArchitekt

Vorteile

  • Übersichtliche Darstellung der Beteiligten/Verantwortlichen
  • Verbesserung der Kommunikation
  • Klare Rollen und Verantwortlichkeiten
  • Reduziert Missverständnisse
  • Einfach zu erstellen

Risikomanagement

Ziele

  • Minimierung von Risiken – Erhöhung der Projektsicherheit
  • Flexibilität & Anpassungsfähigkeit
  • Maximierung von Chancen
  • Förderung proaktiver Projektkultur

Unterscheidung in positive & negative Risiken

  • Positiv:
    • Geringere Gesamtkosten als geplant
    • Schnellere Erteilung von Genehmigungen
    • Verfügbarkeit von Mitarbeitern
  • Negativ:
    • Budgetüberschreitung
    • Zeitplanverzögerung
    • Ressourcen-Knappheit

Bewertung der Eintrittswahrscheinlichkeit von Risiken

    • Wahrscheinlichkeit
    • Klassifizierung (Niedrig/Mittel/Hoch)(Immer/Häufig/Manchmal/Selten/Nie)
    • Reihenfolge
    • Relative Eintrittswahrscheinlichkeit

Bewältigungsstrategien

Bedrohung – negative Risiken

  • Akzeptanz: Risiko akzeptieren; Gegenmaßnahmen teurer, als Risikoeintritt
  • Vermeidung: Eliminierung des Risikos durch Anpassung des Projektplans
  • Minderung: Reduzieren der Eintrittswahrscheinlichkeit oder der Auswirkung
  • Übertragung: Abwälzen auf Dritte z.B. Versicherung

Chancen – positive Risiken

  • Akzeptanz: Hinnehmen
  • Verbessern: Maximieren der Wahrscheinlichkeit und Auswirkung
  • Ausschöpfen: Risiko nutzen z.B. Geschäftsbeziehung mit Lieferanten
  • Teilen: Mit Dritten die Chance nutzen

Herausforderungen

  • Wirtschaftslage
  • Neue Projekte ohne Erfahrungswerte (bzw. Informationen zur Risikoanalyse)
  • Umwelteinflüsse
  • Widerstand gegen Veränderung (Team/Stakeholder)
  • Veränderung rechtlicher Rahmenbedingungen

Soft-Skills

Selbstmanagement – MoSCoW-Methode

  • Mo – Must have: Essentielle Anforderung
  • S – Should have: Nicht zwingend erfoderlich
  • Co – Could have: Optional
  • W – Won’t have: Wird nicht berücksichtigt

Vorteile

  • Klare Priorisierung: Erleichtert Entscheidungsfindung
  • Flexibilität: Ressourcen können besser verteilt werden

Nachteile

  • Subjektivität: Einordnung in Kategorien je nach Position unterschiedlich –> Missverständnisse
  • Überlastung von „Should have“: Zu viele S-Elemente können das Projektteam überlasten

Kreativitätsmethoden

Walt-Disney-Methode

  • Betrachtung aus unterschiedlichen Perspektiven
  • Kann allein oder mit mehreren durchgeführt werden
  • 3 Rollen + Moderator
    • Träumer
    • Realist
    • Kritiker

Vorgehen

  1. Konkrete Formulierung der Fragestellung (Problem/Ziel)
  2. Teilnehmer versetzen sich in alle drei Rollen
  3. Moderator notiert Ergebnisse
  4. Auswertung der Ergebnisse
  5. Verwertung der Ergebnisse

Maßnahmen

  • Identifizieren von Träumer-Ideen, die weiterverfolgt werden sollen
  • Relevante Kritik erkennen
  • Erforderliche Schritte festlegen
  • Liste mit Schritten und Verantwortlichen

Brainstorming

  • Betrachtung aus unterschiedlichen Perspektiven
  • Beliebig viele Teammitglieder + Moderator
  • Regeln:
    • Gedanken freien Lauf lassen
    • Keine Kritik
    • Inspirieren lassen

Vorgehen

  1. Rahmenbedingungen klären
  2. Frage stellen
  3. Ideen sammeln
  4. Ideen ordnen
  5. Ideen bewerten
  6. Nachbereiten

Maßnahmen

  • Relevante Ideen identifizieren
  • Liste mit nächsten Schritten und Verantwortlichen

Nutzwertanalyse

  • Zur Priorisierung und Entscheidung
  • Optionen anhand unterschiedlicher Kriterien miteinander vergleichen
  • Gewichtete Punktzahl = Wichtung * Punkte
  • Option mit höchstem Ergebniswert gewinnt
  • Wichtig: Keine überlappenden Kriterien wählen

Aufbau

Option 1Option 2
KriterienWichtungPunkteGewichtetPunkteGewichtet
Kriterium A10 %50,530,3
Kriterium B25 %4182
Ergebnis100 %Summe aus „Gewichtet“Summe aus „Gewichtet“

Projektsteuerung

  • Es entstehen Probleme
    • Konflikte im Team
    • Verzögerung der Lieferung
    • Unerwartete Hürden
    • Mangelnder Fortschritt
    • Änderungswünsche durch Kunde
  • Während der Durchführung muss der Projektleiter (PL) Übersicht behalten
    • Lenkung des Projekts
    • Einhaltung von Terminen, Budget und Qualität
    • Projektplan als Grundlage
      • Ermöglicht Soll-Ist-Vergleich
  • Aufgaben des PLs:
    • Fortschrittsüberwachung
    • Arbeitspakte beginnen/beenden
    • Ergebnisprüfung (Definition of Done festlegen)
    • Statusberichte erstellen
    • Risikoanalyse durchführen (fortlaufend)
    • Regieren auf Abweichungen
      • Alternativer Lösungsweg
      • Anpassung des Projektplans
      • Anpassung der Aufgabenstellung
      • Anpassung von Budget und Ressourcen

Statusübersicht

Statusbericht

Enthält folgende Informationen

  • Grundlegende Projektinformationen
  • Aktuelle Aktivitäten
  • Statusbewertung (z.B. Ampel – rot, gelb, grün)
  • Aktuelle Hürden
  • Entscheidungsgrundlagen

Meilensteintrendanalyse

  • Dient zur Prognose und Steuerung von Terminen
  • Ggf. Teil des Statusberichts
  • Vor Berichterstattung: Soll-Ist-Vergleich der Meilensteine

Earned Value Analyse

  • Vergleich aus Kosten zum Fertigstellungsgrad
  • Voraussetzung:
    • Detaillierte und realistische Kostenplanung
    • Geplante Gesamtkosten
    • Aktuelle Ist-Kosten
    • Fertigstellungsgrad Soll
    • Fertigstellungsgrad Ist
  • Es wird der Fertigstellungswert (Earned Value) für Soll & Ist ermittelt
  • Es können dementsprechend Kosten- und Terminabweichungen abgeleitet werden
  • Formel: Earned Value = Gesamtkosten * Fertigstellungsgrad (Ist/Soll)

Erfolgreiche Meetings

Planung

  • Zweck klar machen
  • Teilnehmer auswählen und frühzeitig einladen
  • Tagesordnung sollte in Einladung enthalten sein
  • Entscheidungsgrundlage erstellen (z.B. Onepager)
  • Ggf. Keyplayer separat informieren
  • Nicht länger als 1h planen -> Ansonsten mehr Meetings

Durchführung

  • Pünktlicher beginn
  • Moderator bestimmen (Einhaltung der Tagesordnung)
  • Protokoll führen
  • To-Do-Liste mit weiteren Schritten erstellen
  • Keine Punkte diskutieren für die die Keyplayer fehlen -> vertagen
  • Pünktliches Ende

Nachbereitung

  • Verteilung des Protokolls & To-Do-Liste
  • Kontrolle der To-Do-Liste

Kanban

  • Visualisierung der Arbeit
  • Optimierung des “Flows”

Aufbau

  • Kanban-Board
  • Aufteilung in drei Spalten:
    • Offen: Bekannte Aufgaben, die noch zu erledigen sind
    • In Arbeit: Stellt alle Aufgaben dar, die derzeit bearbeitet werden
      • Work-In-Progress-Limit festlegen
    • Erledigt: Alle bereits abgeschlossenen Aufgaben

Ablauf

  • Daily Standup: Tägliches Treffen am Kanban-Board
  • Status aller „In-Arbeit“-Tasks
    • Entscheiden welche geschlossen werden können
  • Welche neuen Aufgaben können begonnen werden