Aufwandsschätzung
- Während Planungsphase
- Zur Abschätzung der Gesamtdauer des Projekts
- „Bekannte Aufgaben lassen sich leichter schätzen als unbekannte“
- Sind nur Schätzungen – Ggf. falsch
- Anschließend Terminplanung und Ressourcenplanung inkl. Zuordnung zu den einzelnen Vorgängen
- Welche Ressourcen?
- Welche Qualifikationen?
- Welche Sachressourcen?
- Wie viele Ressourcen zu welcher Verfügbarkeit?
Methoden
Expertenschätzung
- Ansatz: Frage jemanden, der sich auskennt (Expert)
- Wichtig:
- Experte sollte sich besser auskennen als man selbst
- Mehrere Experten fragen
- Experte sollte Teil des Projektteams sein
- Alternative: Planen zusammen mit dem Team und Ergebnisse zusammenfügen
Analogiemethoden
- Ansatz: Auf Erfahrungen zurückgreifen und für neue Schätzungen anwenden
- Tipps:
- Geeignet für Projekte mit bekanntem Inhalt
- Lessons learnt: Frühere Planungen/Fehler aus alten Projekten berücksichtigen
Bottom-Up: Fein -> Grob
- Ansatz: Abschätzung aller kleinen Aufgaben. Aufsummierung aller Aufgaben
- Braucht Projektstrukturplan mit Arbeitspaketen
- Beispiel: Hausbau in kleine Schritte: Ausheben, Aufstellen von Wänden etc. Anschließend aufsummieren
- Risiko: Verzettelung – Zu viel Zeit mit der Planung der Teilschritte verschwendet
Top-Down: Grob -> Fein
- Ansatz: Gesamtaufwand in einzelne Bereiche des Projekts unterteilen und Plausibilitäten prüfen
- Wird verwendet wenn alle Aufwände schon grob bekannt sind
- Geeignet als Plausibilitätsprüfung bei vorgegebenen Aufwänden
- Rechnung geht nicht auf -> Etwas passt nicht
Projektkosten
- Direkte Kosten: Für Ressourcen die nur für die Projektdurchführung nötig sind
- Bsp.: Material, Externe Vertragspartner, Genehmigungen, Gehälter, Lizenzen
- Indirekte Kosten: Zur Unterstützung der Projektkosten
- Scheingemeinkosten: Für zur Durchführung erforderliche Ressourcen
- Bsp.: Büromittel, Miete, Steuern, Sozialleistung, Anlagen, Büromöbel
- Echte Gemeinkosten: Für Geschäftsbetrieb
- Bsp.: Serviceabteilung, Personalabteilung, Einkauf, Marketing, Bankgebühren
- Scheingemeinkosten: Für zur Durchführung erforderliche Ressourcen
Planungsvorgang
- Erstellung des Projektplans
- Strukturierung der Arbeitspakete (AP)
- Kostenschätzung pro AP für Personal, Material, Dienstleistungen
- Erstellung des Kostenplans
- Kostenverlauf pro Monat
RACI-Matrix
- Welche Projektbeteiligten sind wofür verantwortlich
Bedeutung
- Responsible: Verwantwortlicher für Durchführung einer Aufgabe
- Eine Person – kann aber weitere Personen hinzuziehen
- Accountable: Prüft korrekte Durchführung/Ergebnisse
- Delegiert Aufgaben an „Responsible“
- Consulted: Wird zur Durchführung befragt
- Fachexperten/Dritte, die nicht direkt an der Durchführung beteiligt sind
- Informed: Erhält Informationen über Ergebnisse
- Kommunikation in der Regel nur einseitig
Erstellung
- Welche Aufgaben gibt es?
- Welche Rollen sind beteiligt?
- Wer ist wofür verantwortlich?
Beispiel – Gebäudebau
| Aufgabe | Responsible | Accountable | Consulted | Informed |
|---|---|---|---|---|
| Bauplanung | Architekt | Bauherr | Bauunternehmer | Ingenieure |
| Genehmigungsverfahren | Bauherr | Behörden | Ingenieure | Architekt |
| Bauausführung | Bauunternehmer | Bauherr | Ingenieure | Architekt |
| Qualitätssicherung | Bauunternehmer | Bauherr | Ingenieure | Architekt |
| Inbetriebnahme | Bauunternehmer | Bauherr | Ingenieure | Architekt |
Vorteile
- Übersichtliche Darstellung der Beteiligten/Verantwortlichen
- Verbesserung der Kommunikation
- Klare Rollen und Verantwortlichkeiten
- Reduziert Missverständnisse
- Einfach zu erstellen
Risikomanagement
Ziele
- Minimierung von Risiken – Erhöhung der Projektsicherheit
- Flexibilität & Anpassungsfähigkeit
- Maximierung von Chancen
- Förderung proaktiver Projektkultur
Unterscheidung in positive & negative Risiken
- Positiv:
- Geringere Gesamtkosten als geplant
- Schnellere Erteilung von Genehmigungen
- Verfügbarkeit von Mitarbeitern
- Negativ:
- Budgetüberschreitung
- Zeitplanverzögerung
- Ressourcen-Knappheit
Bewertung der Eintrittswahrscheinlichkeit von Risiken
- Wahrscheinlichkeit
- Klassifizierung (Niedrig/Mittel/Hoch)(Immer/Häufig/Manchmal/Selten/Nie)
- Reihenfolge
- Relative Eintrittswahrscheinlichkeit
Bewältigungsstrategien
Bedrohung – negative Risiken
- Akzeptanz: Risiko akzeptieren; Gegenmaßnahmen teurer, als Risikoeintritt
- Vermeidung: Eliminierung des Risikos durch Anpassung des Projektplans
- Minderung: Reduzieren der Eintrittswahrscheinlichkeit oder der Auswirkung
- Übertragung: Abwälzen auf Dritte z.B. Versicherung
Chancen – positive Risiken
- Akzeptanz: Hinnehmen
- Verbessern: Maximieren der Wahrscheinlichkeit und Auswirkung
- Ausschöpfen: Risiko nutzen z.B. Geschäftsbeziehung mit Lieferanten
- Teilen: Mit Dritten die Chance nutzen
Herausforderungen
- Wirtschaftslage
- Neue Projekte ohne Erfahrungswerte (bzw. Informationen zur Risikoanalyse)
- Umwelteinflüsse
- Widerstand gegen Veränderung (Team/Stakeholder)
- Veränderung rechtlicher Rahmenbedingungen
Soft-Skills
Selbstmanagement – MoSCoW-Methode
- Mo – Must have: Essentielle Anforderung
- S – Should have: Nicht zwingend erfoderlich
- Co – Could have: Optional
- W – Won’t have: Wird nicht berücksichtigt
Vorteile
- Klare Priorisierung: Erleichtert Entscheidungsfindung
- Flexibilität: Ressourcen können besser verteilt werden
Nachteile
- Subjektivität: Einordnung in Kategorien je nach Position unterschiedlich –> Missverständnisse
- Überlastung von „Should have“: Zu viele S-Elemente können das Projektteam überlasten
Kreativitätsmethoden
Walt-Disney-Methode
- Betrachtung aus unterschiedlichen Perspektiven
- Kann allein oder mit mehreren durchgeführt werden
- 3 Rollen + Moderator
- Träumer
- Realist
- Kritiker
Vorgehen
- Konkrete Formulierung der Fragestellung (Problem/Ziel)
- Teilnehmer versetzen sich in alle drei Rollen
- Moderator notiert Ergebnisse
- Auswertung der Ergebnisse
- Verwertung der Ergebnisse
Maßnahmen
- Identifizieren von Träumer-Ideen, die weiterverfolgt werden sollen
- Relevante Kritik erkennen
- Erforderliche Schritte festlegen
- Liste mit Schritten und Verantwortlichen
Brainstorming
- Betrachtung aus unterschiedlichen Perspektiven
- Beliebig viele Teammitglieder + Moderator
- Regeln:
- Gedanken freien Lauf lassen
- Keine Kritik
- Inspirieren lassen
Vorgehen
- Rahmenbedingungen klären
- Frage stellen
- Ideen sammeln
- Ideen ordnen
- Ideen bewerten
- Nachbereiten
Maßnahmen
- Relevante Ideen identifizieren
- Liste mit nächsten Schritten und Verantwortlichen
Nutzwertanalyse
- Zur Priorisierung und Entscheidung
- Optionen anhand unterschiedlicher Kriterien miteinander vergleichen
- Gewichtete Punktzahl = Wichtung * Punkte
- Option mit höchstem Ergebniswert gewinnt
- Wichtig: Keine überlappenden Kriterien wählen
Aufbau
| Option 1 | Option 2 | … | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kriterien | Wichtung | Punkte | Gewichtet | Punkte | Gewichtet | |
| Kriterium A | 10 % | 5 | 0,5 | 3 | 0,3 | |
| Kriterium B | 25 % | 4 | 1 | 8 | 2 | |
| … | ||||||
| Ergebnis | 100 % | Summe aus „Gewichtet“ | Summe aus „Gewichtet“ |
Projektsteuerung
- Es entstehen Probleme
- Konflikte im Team
- Verzögerung der Lieferung
- Unerwartete Hürden
- Mangelnder Fortschritt
- Änderungswünsche durch Kunde
- Während der Durchführung muss der Projektleiter (PL) Übersicht behalten
- Lenkung des Projekts
- Einhaltung von Terminen, Budget und Qualität
- Projektplan als Grundlage
- Ermöglicht Soll-Ist-Vergleich
- Aufgaben des PLs:
- Fortschrittsüberwachung
- Arbeitspakte beginnen/beenden
- Ergebnisprüfung (Definition of Done festlegen)
- Statusberichte erstellen
- Risikoanalyse durchführen (fortlaufend)
- Regieren auf Abweichungen
- Alternativer Lösungsweg
- Anpassung des Projektplans
- Anpassung der Aufgabenstellung
- Anpassung von Budget und Ressourcen
Statusübersicht
Statusbericht
Enthält folgende Informationen
- Grundlegende Projektinformationen
- Aktuelle Aktivitäten
- Statusbewertung (z.B. Ampel – rot, gelb, grün)
- Aktuelle Hürden
- Entscheidungsgrundlagen
Meilensteintrendanalyse
- Dient zur Prognose und Steuerung von Terminen
- Ggf. Teil des Statusberichts
- Vor Berichterstattung: Soll-Ist-Vergleich der Meilensteine

Earned Value Analyse
- Vergleich aus Kosten zum Fertigstellungsgrad
- Voraussetzung:
- Detaillierte und realistische Kostenplanung
- Geplante Gesamtkosten
- Aktuelle Ist-Kosten
- Fertigstellungsgrad Soll
- Fertigstellungsgrad Ist
- Es wird der Fertigstellungswert (Earned Value) für Soll & Ist ermittelt
- Es können dementsprechend Kosten- und Terminabweichungen abgeleitet werden
- Formel: Earned Value = Gesamtkosten * Fertigstellungsgrad (Ist/Soll)
Erfolgreiche Meetings
Planung
- Zweck klar machen
- Teilnehmer auswählen und frühzeitig einladen
- Tagesordnung sollte in Einladung enthalten sein
- Entscheidungsgrundlage erstellen (z.B. Onepager)
- Ggf. Keyplayer separat informieren
- Nicht länger als 1h planen -> Ansonsten mehr Meetings
Durchführung
- Pünktlicher beginn
- Moderator bestimmen (Einhaltung der Tagesordnung)
- Protokoll führen
- To-Do-Liste mit weiteren Schritten erstellen
- Keine Punkte diskutieren für die die Keyplayer fehlen -> vertagen
- Pünktliches Ende
Nachbereitung
- Verteilung des Protokolls & To-Do-Liste
- Kontrolle der To-Do-Liste
Kanban
- Visualisierung der Arbeit
- Optimierung des “Flows”
Aufbau
- Kanban-Board
- Aufteilung in drei Spalten:
- Offen: Bekannte Aufgaben, die noch zu erledigen sind
- In Arbeit: Stellt alle Aufgaben dar, die derzeit bearbeitet werden
- Work-In-Progress-Limit festlegen
- Erledigt: Alle bereits abgeschlossenen Aufgaben
Ablauf
- Daily Standup: Tägliches Treffen am Kanban-Board
- Status aller „In-Arbeit“-Tasks
- Entscheiden welche geschlossen werden können
- Welche neuen Aufgaben können begonnen werden
