Was ist ein Projekt (!)
Definition
Zeitlich definiertes Vorhaben, um einmaliges Produkt zu erstellen
Magisches Dreieck
- Idealerweise ausbalanciert
- Projekt laufend definieren und verfeinern
- Änderungen in einem Bereich führen automatisch zu Änderungen in anderen Bereichen
- Kompromisse müssen eingegangen werden
Projektlebenszyklus
Initiierung (Vorbereitung)
- Anforderungen definieren
- Stakeholder identifizieren
- Stakeholder: Menschen oder Institutionen, die vom Projekt betroffen sind und darauf Einfluss nehmen können
- Risiken identifizieren
- Kosten feststellen
- Nutzen ermitteln
- Formelle Genehmigung des Projekts
Planung
- Projektmanagementplan erstellen
- Projektstrukturplan (PSP)
- Ablaufplan
- Meilensteinplan
- Ressourcenplan
- Risikoplan
- Kommunikationsplan
Durchführung
- Abarbeitung & Überwachung der Pläne
- Problemmanagement
- Fortschritt überwachen
- Steuerung von Änderungen
Abschluss
- Umsetzung mit Anforderung vergleichen
- Projektabnahme & Übergabe
- Dokumentation
- Verträge & Rechnungen bearbeiten
Onepager (!)
Fasst die Wichtigsten Informationen eines Projekts kompakt zusammen
Inhalt
- Projektname
- Projektauftrag (Projektbeschreibung): Was soll erreicht werden
- Projektziele (SMART)
- Rahmenbedingungen
- Budget
- Zeitvorgabe
- Mitarbeitereinsatz
- Kommunikationswege
- Phasenplan
SMART-Ziele (!)
- Spezifisch: Eindeutige Definition mit allen Details
- Messbar: Eindeutige Bewertung durch Erfüllungskriterien
- Attraktiv: Positive Formulierung und Akzeptanz von allen
- Realistisch: Erreichbare aber herausfordernde Ziele (Ressourcen & Kosten einschätzen)
- Terminiert: Klare zeitliche Begrenzung, bis wann das Ziel erreicht werden soll
Bedarfsanalyse
Problem: Aufträge werden oft nur knapp formuliert -> Auftragnehmer versteht etwas anderes als der Auftraggeber eigentlich meint
- Konkrete Abklärung von Wünschen, Bedürfnissen und Anforderungen
- Je später das passiert, desto kostspieliger
Wichtige Aspekte der Bedarfsanalyse
- Bedürfnisse können auf allen Ebenen existieren
- Wünsche sind nicht gleich Bedürfnisse
- Wünsche hinterfragen, um tatsächliche Bedürfnisse zu ermitteln
- Kunden kennen/verstehen ihre tatsächlichen Bedürfnisse nicht
- Methoden zur Klärung nutzen
Methoden der Bedarfsanalyse
- Nachfragen/Interview
- Workshop
- Soll-Ist-Vergleich
- Fragebogen
Progressive Ausarbeitung
Schrittweise Entwicklung der Spezifizierung der Anforderungen durch mehr Informationen, auch während des laufenden Projekts
Lasten- & Pflichtenheft
Lastenheft (Was & Wofür)
Es wird definiert was für eine Aufgabe zu lösen ist
- Alle Forderungen des Auftraggebers
- Aus Anwendersicht unter Einschließung der Rahmenbedingungen formuliert
- Rahmenbedingungen sollten quantifizierbar und prüfbar sein
Inhalt
- Anforderungsträger
- Ablaufplan
- Projektziele
- Budgetrahmen
- Zertifizierungen und Audits als Vorgabe
Vorteile
- Gemeinsame Grundlage
- Qualitätssicherung
- Risikominimierung (weniger Missverständnisse)
Nachteile
- Hoher Aufwand
- Einschränkung der Flexibilität
- Keine Standardisierung
Pflichtenheft (Wie & Womit)
Enthält Realisierungsvorhaben vom Auftragnehmer (Grundlage: Lastenheft)
- Aufzählung der Anwendervorgaben
- Lösungsansätze zu den Vorgaben
- Roter Faden während der Projektierung
Anforderungen
- Vollständigkeit: Alle Details der Anforderungen sind zu definieren
- Eindeutigkeit: Vermeidung von Missverständnissen
- Testbarkeit: Überprüfbarkeit der Anforderungen (Wichtig für Abnahme)
Inhalt
- Projektname
- Verfasser des Pflichtenhefts
- Version
- Ziele
- Konkrete (technische) Anforderungen
- Schnittstellen
- Rahmenbedingungen
- Unterschrift von Auftraggeber und Projektleiter (Pflichtenheft ist rechtsverbindlich)
Projektorganisation
Stabsorganisation
- Für kleine Projekte
- Geschäftsführung teilt Projekt vorab mit
Nachteile
- Projektleiter hat kein Weisungsrecht -> nur über Vorgesetzte möglich
- Hoher Kommunikationsaufwand
Vorteile
- Keine extra Strukturen
- Leicht auflösbar
Autonome Organisation
- Mitarbeiter verlassen Abteilung -> sind nur dem Prinzipojekt zugeteilt
- Projektleiter hat Weisungsrecht
- Bei hoher Dringlichkeit des Projekts
- Für kritische und strategisch wichtige Projekte
Vorteile
- kurze Entscheidungswege
- Projektleiter hat volle Weisungsbefugnis
- Ein einziger Vorgesetzter
Nachteile
- Mitarbeiter fehlen in der Stammorganisation (in ihren eigenen Abteilungen)
- Ressourcenausnutzung nicht optimal
- Wiedereingliederung in vorherige Abteilung am Ende nötig
Matrix Organisation
- Mischform aus Stabsorganisation und Autonomer Organisation
- Projektleiter hat fachliche Weisungsbefugnis
- Abteilungsleiter hat disziplinäre Weisungsbefugnis
- Für mittelgroße Projekte
Vorteile
- Keine Änderung an der Organisation
- flexibler Zugriff auf Ressourcen
Nachteile
- zwei Chefs (Projektleiter & Chef)
- Hoher Kommunikationsaufwand
Teamzusammenstellung
5-Phasen-Modell
- Forming
- Vorsichtiges Kennenlernen
- Reservierter Umgang
- Storming
- Problemorientierung und Spannungen
- Gruppenbildung
- Norming
- Offene Konfrontation
- Prozesse & Regeln
- Lösungsorientiert
- Performing
- Hohe Leistungsfähigkeit
- Eigenständiges & konstruktives Arbeiten
- Adjourning
- Auflösungsphase
- Rückführung der Mitarbeiter in Linienbetrieb
Teamrollen nach Belbin
- Handlungsorientiert: Macher, Umsetzer, Perfektionist
- Kommunikationsorientiert: Koordinator, Teamarbeiter, Wegbereiter
- Wissensorientiert: Beobachter, Erfinder, Spezialist
Sollte eine Rolle fehlen entsteht eine Lücke, die von anderen gefüllt werden muss. Es leidet die Leistung des Teams darunter
Kommunikationsmodelle
- Verständnis für den Gegenüber
- Entgegenwirken von Missverständnissen durch passende Wortwahl
4-Ohren-Modell (!)
- Jede Nachricht erfolgt auf vier Ebenen und kann dementsprechend unterschiedlich interpretiert werden (Bsp. Ist noch Kaffee da?)
- Sachebene: Inhalt (Ist noch Kaffee da?)
- Selbstoffenbarung: Eigene Wünsche (Ich will gerne Kaffee trinken)
- Beziehungsebene: kritische, wertschätzende Interpretation (Immer muss ich Kaffee kochen)
- Appelleben: Offene/verborgene Forderung (Du sollst Kaffee kochen)
Fünf Axiome nach Watzlawik
Beziehen sich auf Beziehungsaspekt
- Man kann nicht nicht kommunizieren
- Jede Kommunikation hat einen Inhalts- & Beziehungsaspekt
- Kommunikation ist immer Ursache und Wirkung
- Kommunikation erfolgt sowohl analog als auch digital
- Kommunikation erfolgt symmetrisch oder komplementär
Johari Fenster (!)
| Mir bekannt | Mir nicht bekannt | |
|---|---|---|
| Anderen bekannt | Öffentlicher Bereich | Blinder Fleck |
| Anderen nicht bekannt | Geheimer Bereich | Unbekannter Bereich |
- Nutzen: Zusammenarbeit wird besser, je mehr man voneinander weiß
- Ziel
- Vergrößerung des öffentlichen Bereichs
- Verkleinerung des blinden Flecks
- Umsetzung
- Feedback: Informationen über mich, die mir nicht bewusst sind
- Selbstoffenbarung: Durch das eigene Mitteilen schrumpft der geheime Bereich
Vorteile
Teammitglied
- Unterbewusste Verhalten werden ins Bewusstsein geholt
- Gezielte Kommunikation
- Gezieltes Arbeiten an Schwächen/Stärken
- Reduzierung der inneren Anspannung
Team
- Qualität der Beziehungen verbessert sich
- Gegenseitiges Verständnis
- Transparenz für bestimmtes Verhalten
- Team lernt sich schneller kennen
Kick-Off-Meeting
- Problem: Hochmotivierte Mitarbeiter, die loslegen wollen, aber ungleiche Projektvorstellungen haben
- Ziel
- Alle auf eine Linie bringen, um unnötige Kosten zu vermeiden
- Alle haben klare Vorstellung von
- Projekt
- Eigene Rolle
- Nächstem Schritt
- Teilnehmer:
- Projektleiter
- Team
- Teamleiter
- Auftraggeber
- Stakeholder
Projektplanungsphase
- Nach Projektinitiierung
- Entstehung des Projektplans
- Wichtigster Schritt des Projekts
- Mögliche Fehler (erhebliche Kosten)
- Budgetüberschreitung
- Terminüberschreitung
- Ressourcenknappheit / -überschuss
- Mögliche Fehler (erhebliche Kosten)
- Teile des Projektplans
- Projektstrukturplan (PSP bzw. Work Breakdown Structure (WBS))
- Projektablaufplan (PAP): Enthält Termine und Meilensteine
- Ressourcenplan: Kapazitäten- & Kostenplan
Projektstrukturplan (PSP)
- Alle Aufgaben sammeln und in Arbeitspakete zusammenfassen
- Entweder Baumstruktur oder Liste

Arbeitspaket
- Klar definierter Bestandteil
- PSP-Code
- Klare Ziele
- Festgelegter Umfang
- Definierter Start- & Endtermin
- Zugeordnete Ressourcen
- Klarer Verantwortlicher
Netzplan & GANTT-Diagramm (!)
Netzplan
- Alle Vorgänge eines Projekts verkettet (abhängig von ihrer Reihenfolge)
- Jeder Vorgang enthält:
- Nr: Vorgangsnummer
- FAZ: Frühester Anfangszeitpunkt
- SAZ: Spätester Anfangszeitpunkt
- FEZ: Früherster Endzeitpunkt
- SEZ: Spätester Endzeitpunkt
- D: Dauer
- GP: Gesamter Puffer
- FP: Freier Puffer
Vorteile
- Abhängigkeiten der Vorgänge
- Bestimmung der frühesten und spätesten Zeitpunkte
- Kritischer Pfad: Längste Abfolge von Aktivitäten zur Fertigstellung des Projekts
- Terminplan festlegbar anhand des Plans
Nachteile
- Nicht anschaulich
- Alle Vorgänge gleich groß
- Keine Zeitachse
GANTT-Diagramm (!)
- Visualisiert Arbeitsschritte in zeitlicher Abfolge
- Notation als Balkendiagramm
- Länge der Balken: Dauer des Arbeitspakets
- Arbeitspakete können parallel ablaufen
- Jedes Arbeitspaket hat einen Vorgänger
Vorteile
- Abhängigkeit der Abläufe
- Erstellung von Termin- und Ablaufplänen
