KNTZusammenfassung Klasse 7-8 · 2025/2026

Zusammenfassung – Schulaufgabe 1

Kommunikations- und Netzwerktechnik · Schulaufgabe 1

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OSPF (Open Shortest Path First)

  • OSPFv2: IPv4
  • OSPFv3: IPv6
  • V2 und V3 sind strikt getrennt

Ablösung für Distant Vector Routing

  • RIP (Routing Information Protocol)
    • Hop-Anzahl als Angabe für die Effizienz einer Route
    • Schlecht skalierbar
  • Netzwerk kann in verschiedene „Areas“ aufgeteilt werden
  • Link kann sein…
    • Interface an einem Router
    • Netzwerksegment, dass zwei Router verbindet
    • Endnetzwerk, das nur mit einem Router verbunden ist
  • Link-State beinhält…
    • Netzwerk-Prefix
    • Subnetz-Prefix
    • Kosten

OSPF-Komponenten

  1. Hello Paket:
    • Nachbarschaft mit anderen OSPF-Routern herstellen und halten
    • Beinhält Parameter, die bei benachbarten Routern übereinstimmen müssen, damit sie benachbart sein können
    • Designated-Router und Backup-Designated-Router aushandeln
    • Dead-Intervall: Zeit bis ein Nachbar-Router als down definiert wird und einen Topology-Change auslöst
  2. Database-Description-Paket (DBD):
    • Enthält abgekürzte Version der eigenen LSDB
    • LSDB muss überall gleich sein -> Empfänger gleicht DBD mit eigener LSDB ab
  3. Link-State-Request (LSR): Nach mehr Informationen zu einem DBD fragen
  4. Link-State-Update (LSU): Antwort auf LSR -> Bekanntmachen von Informationen durch LSAs
  5. Link-State-Acknowledgement (LSAck): Empfänger bestätigt den Erhalt eines LSU-Pakets

Algorithmus

  • Dijkstra Shortest-Path-First Algorithmus
  • Errechnet die kumulativen Kosten um ein Ziel zu erreichen
  • Erstellt SPF-Baum
    • Setzt jeden Router als Beginn des Baums
    • Errechnet dann den kürzesten Pfad zu jedem anderen Router
  • Daraus entstehen die Routen für die Forwarding-Database

Datenstrukturen

  • Adjacency-Datenbank
    • Benachbarte Router, zu denen es eine bidirektionale Verbindung gibt
    • Einzigartig pro Router
    • Show ip ospf neighbor
  • Link-State-Datenbank
    • Alle anderen Router im Netzwerk
    • Stellt Topologie dar
    • Identisch bei jedem Router
    • Show ip ospf database
  • Forwarding-Datenbank
    • Durch Algorithmus generierte Routen auf Basis der LSDB
    • Einzigartig pro Router
    • Show ip route
  1. Neighbor-Adjacency einrichten
    • OSPF-Router müssen prüfen ob es weitere OSPF-Router in der „Nachbarschaft“ gibt
    • Senden „Hello“-Pakete aus allen OSPF-Schnittstellen
  2. Link-State-Advertisements (LSAs) austauschen
    • Es werden Status und Kosten von jedem angebundenen Link an die Nachbarn ausgetauscht
    • Jeder Router sendet alle LSAs auch an alle anderen Router weiter, bis jeder Router alle LSAs hat
  3. Link-State Datenbank bauen
    • Aus allen erhaltenen LSAs wird die LSDB gebaut
    • Daraus resultiert die Netzwerktopologie
  4. Ausführen des SPF-Algorithmus
    • Es wird auf der Basis der LSDB der SPF-Baum erstellt
  5. Beste Route wählen
    • Die besten Routen aus dem SPF-Baum zu jedem Netzwerk werden in die Routingtabelle aufgenommen, außer es gibt dort bereits eine Route zu diesem Netzwerk mit einer niedrigeren administrativen Distanz (z.B. statische Route)

Single- & Multi-Area

  • Single-Area: Alle Router sind in derselben Area (Normalerweise: 0)
  • Multi-Area:
    • Hierarchische Abtrennung von Areas
    • Alle Areas müssen mit dem Backbone (Area: 0) verbunden sein
    • Router zwischen Areas sind „Area Border Routers“ (ARBs)
    • Vorteile:
      • Kleinere Routingtabellen: Weniger Einträge, da Netzwerkadressen zusammengefasst werden können
      • Reduzierter Berechnungsaufwand: Neuberechnung der Datenbank nach Topology-Change nur für eigene Area
      • Reduzierte Anzahl von Berechnungen: LSA-Floods sind geringer, da weniger Router in derselben Area sind

Designated-Router (DR) Notwendigkeit

Problem

  • Bei der Initialisierung oder bei Topology-Changes werden jedes Mal wieder LSAs von jedem Router versendet
  • Netzwerk kann stark belastet werden
  • Durch die Erstellung von Neighbor Ajacencies können viele Nachbarschaften entstehen
  • Unnötig
    • Bei 5 Routern im selben Netz -> 10 Nachbarschaften (20 R -> 190 N): n(n-1) /2

Lösung

  • Es wird ein Designated Router erklärt (Zusätzlich auch ein Backup Designated Router (BDR) für den Fall des Ausfalls des DR)
    • Router mit der höchsten konfigurierten Interface-Priorität wird DR, zweithöchste wird BDR
    • Router die mit der Prio 0 konfiguriert wurden können nicht DR oder BDR werden
    • Wenn keine Prio konfiguriert ist (alle Router Prio 1) wird die Router-ID zur Entscheidung verwendet
    • Kommt ein neuer Router mit einer höheren ID hinzu wird die Wahl nicht wiederholt
  • Alle anderen Router werden zu DROthers
  • Alle Router senden nur noch an DR und BDR LSAs
  • Der aktive DR verteilt dann an alle anderen Router das empfangene LSA
  • Beim Ausfall des DR übernimmt der BDR und der DROther mit der höchsten Prio wird zum neuen BDR

OSPF-Router-ID

  • Elementarer Bestandteil von OSPF
  • 32bit-Wert in Form einer IP-Adresse
  • Jeder Router hat eine OSPF-Router-ID
    • Verwendet die ID um…
      • Am Synchronisierungsprozess der OSPF Datenbanken teilzunehmen (Höchste ID beginnt)
      • Um den DR (Höchste ID) und BDR (Zweithöchste ID) zu bestimmen

Bestimmungsprozess

  1. Ist die ID manuell festgelegt -> Manuelle ID verwenden
  2. Loopback-IP ist konfiguriert -> Loopback-IP als ID verwenden
  3. Höchste aktive konfigurierte IP-Adresse verwenden
  • Wird die ID im Nachgang verändert muss OSPF neugestartet werden, da bereits mit der vorherigen ID Nachbarschaften bekanntgemacht wurden

Wildcard-Maske

  • Berechnung: /32-Subnetzmaske – Konfigurierte Subnetzmaske = Wildcard-Maske
    • Umkehrung der Subnetzmaske
  • Notwendig bei der Netzwerkkonfiguration für OSPF an einem Router

Punkt-zu-Punkt OSPF-Netzwerke

  • Direkte Verbindung zwischen zwei Routern
  • Wahl des DR und BDR überflüssig
  • Wenig Overhead, da LSAs nur zwischen zwei Routern ausgetauscht werden müssen
  • Einfacher Aufbau

Multiaccess OSPF-Netzwerke

  • Mehrere Router im selben Netzwerk
  • DR und BDR werden gewählt um Netzlast zu reduzieren

Single-Area OSPF Netze anpassen

Kosten

  • Kosten einer Route sind abhängig von der Bandbreite der Schnittstelle
    • Je höher die Bandbreite, desto niedriger die Kosten
  • Kosten für 100M, 1G und 10G sind gleich, da sie immer auf 1 gerundet werden
    • Um bessere Leitungen zu priorisieren müssen die Kosten manuell konfiguriert werden -> Kosten für 100M und 1G sollten höher sein als für 10G
  • Berechnung: Referenzbandbreite / Bandbreite = Kosten
  • Kosten für eine Route werden aus der Summe der verwendeten Leitungen berechnet

Default-Route

  • Wird verwendet um Traffic in andere Netze weiterzuleiten (z.B. Internet)
  • Autonomous-System-Boundary-Router (ASBR): Router der zwischen einem OSPF- und einem Nicht-OSPF-Netz hängt
  • Route muss am ASBR angelegt werden (ip route 0.0.0.0/0 next-hop)
  • ASBR muss als Quelle der Route festgelegt werden für OSPF (default-information originate)

Befehle

BefehlFunktion
router ospf process-idOSPF aktivieren
router-id idOSPF-ID festlegen
Network network-address wildcard-mask area area-id Oder Network interface-ip 0.0.0.0 area area-id Oder (pro Interface) Ip ospf process-id area area-idOSPF Netzwerk an einem Router festlegen
Passive-interface interface-idOSPF-Advertisements deaktivieren auf einem Interface
Show ip ospf interface interface-idOSPF Informationen einer Netzwerkschnittstelle anzeigen
Ip ospf priority valueOSPF Priorität auf einer Netzwerkschnittstelle festlegen
Auto-cost reference-bandwidth bandwidthReferenzbandbreite für die Berechnung der Kosten festlegen
Ip ospf cost valueManuelles festlegen der Kosten

Access Control Lists (ACLs)

  • Liste aus Access Control Entries
  • Access Control Entries: Filter für Netzwerkverkehr (deny/allow)
  • Jedes Paket wird mit den auf dem Interface festgelegten ACEs abgeglichen (Layer 3 & 4)
  • Fördern Sicherheit und/oder Performance
  • Können auf eingehenden (inbound) und ausgehenden (outbound) Verkehr konfiguriert werden
    • Inbound spart dem Router das heraussuchen der passenden Route
  • Ablauf:
    • Jedes Paket durchläuft die ACL und damit jeden darin enthaltenen ACE nacheinander
    • Sobald ein ACE mit der Quell-IP übereinstimmt wird die ACE Aktion ausgeführt
    • Gibt es keinen Treffer wird das Paket verworfen, da am Ende jeder ACL ein implizites Deny-All existiert
  • Bei der Erstellung von ACEs werden ebenfalls Wildcard-Masken verwendet (siehe OSPF)
    • 0.0.0.0 kann durch „host“ ersetzt werden
    • 255.255.255.255 kann durch „any“ ersetzt werden

Standard-ACLs

  • Filter nur anhand der Quell-IP-Adresse
  • Typischerweise am Ziel angewandt
  • Können auch mittels „access-class“ auf Terminal-Schnittstellen gelegt werden um den Zugriff auf Geräte zu limitieren

Konfiguration

  • Beispiele in grün

Nummerierte Standard-ACL

access-list access-list-number {deny | permit | remark text} source source-wildcard

access-list 10 permit 192.168.20.0 0.0.0.255

access-list 10 permit host 192.168.20.1

Benannte Standard-ACL

ip access-list standard access-list-name

ip access-list standard PERMIT-ACCESS

permit source source-wildcard

permit 192.168.20.0 0.0.0.255

permit host 192.168.10.10

Bearbeiten

Ip access-list standard {access-list-name | access-list-number}

Ip access-list standard PERMIT-ACCESS

Ip access-list standard 10

No sequence-number

No 10

Sequence-number {deny | permit | remark text} source source-wildcard

10 permit host 192.168.20.21

Extended-ACLs

  • Filter anhand…
    • Quell-IP-Adresse
    • Ziel-IP-Adresse
    • TCP/UDP-Ports
    • Protokoll
  • Typischerweise an der Quelle angewandt
    • Bandbreite einsparen
  • Kann stateful arbeiten: TCP-Replies zulassen aber TCP-Requests nicht (established)

Konfiguration

  • Beispiele in grün

Nummerierte Extended-ACL

access-list access-list-number {deny | permit | remark text} protocol source source-wildcard operator {port} destination destination-wildcard operator {port} established

access-list 10 permit tcp 192.168.10.0 0.0.0.255 any eq 443

access-list 20 permit tcp 192.168.10.0 0.0.0.255 192.168.0.0 0.0.255.255 eq www

Benannte Extended ACL

Ip access-list extended access-list-name

Ip access-list extended SURFING

{deny | permit | remark text} protocol source source-wildcard operator {port} destination destination-wildcard operator {port} established

Permit tcp 192.168.10.0 0.0.0.255 any eq 80

Permit tcp 192.168.10.0 0.0.0.255 any eq 443

Bearbeiten

Ip access-list extended {access*-list-name* | access-list-number}

Ip access-list extended SURFING

Ip access-list extended 10

No sequence-number

No 10

Sequence-number {deny | permit | remark text} protocol source source-wildcard operator {port} destination destination-wildcard operator {port} established

10 permit tcp 192.168.10.0 0.0.0.255 any eq www

Allgemeingültige Konfiguration

Anwenden auf Interface

ip access-group {access-list-number | access-list-name} {in | out}

ip access-group 10 out

ip access-group PERMIT-ACCESS out