Incoterms

Lagerarten (01)
| Lager | Beschreibung |
|---|---|
| Beschaffungslager / Produktionslager | - Produktionsrelevante Produkte - Sicherstellung reibungsloser Produktion |
| Umschlaglager | - Zwischenlagerung eingehender Sendungen zum Umschlag - Z.B. zw. Zwei LKWs |
| Distributionslager / Verteillager | - Direkte Zustellung eingelagerter Ware - Z.B. Amazon Lager in Kundennähe |
| Zwischenlager / Pufferlager | - Zwischen Produktionsschritten |
| Vorratslager | - Zum Ausgleich von Bedarfsschwankungen |
| Kommissionier Lager | - Zusammenstellung von Kundenbestellungen |
Vertriebswege (01)
| Kürzel | Name | Beschreibung |
|---|---|---|
| GH | Großhandel | Beliefert Einzelhändler |
| EH | Einzelhändler | Beliefert Endkunde |
| DV | Direktvertrieb | Z.B. Belieferung über Onlinehandel |
- Eigene Erzeugnisse: Produkte, die selbst hergestellt werden
- Handelswaren: Produkte, die zugekauft werden und unverarbeitet weiterverkauft werden
Kaufvertrag
Zustandekommen (08)
- Zwei übereinstimmende Willenserklärungen
- Antrag
- Annahme
- Fall 1: Käufer ändert rechtlich bindendes Angebot ab (z.B. anderer Lieferort)
- Antrag: Initiales Angebot vom Verkäufer
- Antrag: Abgeändertes Angebot vom Käufer
- Annahme: Auftragsbestätigung vom Verkäufer
- Fall 2: Verkäufer gibt Angebot ab, das eine Freizeichnungsklausel (FZK) enthält
- FZK: „Solange der Vorrat reicht“; „ohne Obligo“; „vorbehaltlich Materialverfügbarkeit“
- Angebot mit FZK ist nicht rechtlich binden
- Bestellung vom Käufer gilt als Antrag
- Auftragsbestätigung/Lieferung als Annahme
Verpflichtungsgeschäft (09)
- Verkäufer
- Ordnungsgemäße Lieferung (Zeit, Ort, Art und Weise)
- Kaufpreis annehmen
- Eigentum übertragen
- Käufer
- Ware annehmen
- Kaufpreis bezahlen
Erfüllungsgeschäft (09)
- Verkäufer tauscht Ware gegen Geld
- Käufer wird Eigentümer der Ware
- Verkäufer wird Eigentümer des Geldes
- Wird er Kaufvertrag rückgängig gemacht wird das Erfüllungsgeschäft rückabgewickelt
- Gutschein muss nicht angenommen werden!
Einkauf (10)
Die Anfrage
- Fragen kostet nichts!
- Wirkung: rechtsunverbindlich
- Formfrei
- Schriftlich, Telefonisch, Mündlich usw.
- Eine Anfrage kann nicht kostenpflichtig sein. Sollten Fragen zu Kosten führen, z.B. Ausmessungen von Handwerkern, müssen diese vorher klar kommuniziert sein (Dienstleistungsvertrag)
Das Angebot
- Wirkung: Rechtlich bindend
- Wichtig:
- Muss an eine Person oder Unternehmen gerichtet sein
- Darf keine Freizeichnungsklausel haben
- Muss nach Datum noch gültig
- Erlischt
- Wenn es ausdrücklich oder still abgelehnt wird
- Wenn es abgeändert wird
- Wenn nicht rechtzeitig angenommen
- Annahmefristen
- Wenn nicht anders vereinbart
- Mündlich/Telefonisch: bis ende des Gesprächs
- Brief: 7 Tage
- Mail/Fax: 24 h
| Gesetzliche Bezeichnung | Kaufmännische Bezeichnung |
|---|---|
| Antrag | Bestellung / Angebot (dann aber bestellung ist annahme) |
| Annahme | Lieferung / Auftragsbestätigung |
Wichtig: wenn Angebote nicht direkt an eine Person gerichtet sind, sind das keine rechtlich bindenden Angebote, sondern Anpreisungen
Sachmangel (11)
Mangelhafte Lieferung (11)
- Beim Gefahrenübergang muss die Ware den folgenden Anforderungen entsprechen:
- Subjektive Anforderungen (Beschaffenheit, Eignung usw.)
- Objektive Anforderung (Verwendbarkeit, Beschaffenheit)
- Montageanforderungen (Durchführung, Anleitung)
- Gefahrenübergang: Punkt, an dem das Risiko des Transports an den Kunden übergeht
- Kostenübergang: Punkt, bis zu dem der Lieferant die Transportkosten übernimmt
- Mangelarten:
- Montagemangel: Hersteller setzt Schraube falsch / Anleitung führt zu falscher Montage (IKEA-Klausel)
- Falschlieferung: Anderes Objekt erhalten als bestellt
- Zuweniglieferung: Weniger erhalten als bestellt
- Ware ungleich Werbung: Zugesicherte Leistung wird nicht erreicht
- Mangel in Beschaffenheit: Kratzer auf Neuware
- Mangel in Verwendbarkeit: Falscher Toner für Drucker
Nacherfüllung (11)
- Vorrangiges Recht (Darf bis zu zwei Mal probiert werden)
- Nachbesserung
- Neulieferung
- Nachrangiges Recht (tritt erst nach vergeblichem Vorrangigen Recht ein)
- Rückgängigmachung des Kaufvertrags
- Minderung
- Schadensersatz
- Nur wenn ein konkreter Schaden aufgetreten ist
- Ersatz vergeblicher Aufwendungen
Fristen (11)
| Einseitiger Handelskauf | Zweiseitiger Handelskauf | ||
|---|---|---|---|
| Privatleute sind nicht verpflichtet, die gelieferte Ware unverzüglich auf Mängel zu prüfen. | Kaufleute müssen die Ware unverzüglich (ohne schuldhaftes Verzögern) prüfen | ||
| Ungebrauchte Sachen | Gebrauchte Sachen | Offene Mängel | Versteckte Mängel |
| 2 Jahre Gewährleistungsfrist ALLERDINGS Nach 12 Monaten „Umkehr der Beweispflicht“ d.h. nach 12 Mo muss Kd. beweisen, dass Mangel von Anfang an bestanden hat | Grundsätzlich 2 Jahre Gewährleistungsfrist Händler können einseitig auf 1 Jahr verkürzen Privatpersonen können die Gewährleistung ausschließen | (= sofort sichtbare Mängel) müssen sofort angezeigt werden | (= Mängel, die nicht sofort sichtbar sind) Müssen sofort nach Bekanntwerden angezeigt werden (Frist 2 Jahre) |
Baukästen (21)
- Beschreibt eine „Liste“ wie bestimmte Produkte sich in der Produktion zusammensetzen
- Ebene/Baustufe 0
- Ist immer das Finale Produkt z.B. Profi Touringbike (rot)
- Ebene/Baustufe 1
- Beschreibt aus welchen Teilen die Ebene 0 gebaut wird
- Zum Beispiel
- Fahrradlenker
- Pedale
- Fahrradrahmen
- Ebene/Baustufe n
- Beschreibe wie Ebene n-1 gebaut wird
- Es darf beliebig viele Ebenen geben
Baukastenstücklist
- einfachste Form der Stückliste
- Sie listet alle benötigten Komponenten für ein Endprodukt auf, ohne dabei auf die hierarchische Struktur oder die Montagefolge zu achten
- Wird im Einkauf oder in der Lagerlogistik genutzt
- „Wie viel Material brauche ich insgesamt für 100 fertige Geräte?“
Strukturstückliste
- diese Liste zeigt den kompletten technischen Aufbau eines Produkts über alle Ebenen hinweg (Baugruppen, Unterbaugruppen und Einzelteile)
- Eine hierarchische Darstellung, die zeigt, welche Teile in welcher Baugruppe verbaut sind (meist durch Einrückungen dargestellt)
- Wird in der Konstruktion und Fertigungssteuerung genutzt, um den exakten Montageablauf und die Abhängigkeiten der Bauteile zu verstehen
Mengenübersichtsstücklist
- Eine "Ein-Ebenen-Sicht". Jede Baugruppe hat ihre eigene kleine Liste
- Perfekt für die Fertigung an einzelnen Arbeitsstationen. Ein Mitarbeiter sieht genau, was er für seinen spezifischen Montageschritt braucht, ohne vom "großen Ganzen" abgelenkt zu werden
Teilverwendungsnachweiß
- Eine Liste aller Erzeugnisse oder Baugruppen, in denen ein bestimmtes Material enthalten ist
- Dies ist quasi die Umkehrung der Stückliste. Hier schaut man nicht vom Produkt nach unten zum Teil, sondern vom Einzelteil nach oben zum Produkt.
- Kritisch für das Qualitätsmanagement (z. B. bei Rückrufaktionen: "In welchen Produkten haben wir die fehlerhafte Schraube verbaut?")
- Änderungsplanung ("Wenn wir diesen Chip austauschen, welche Geräte sind davon betroffen?")
Lager
- Höchstbestand
- Bestand, bis zu dem das Lager maximal gefüllt werden darf
- Meldebestand
- Bestand ab dem bestellt werden muss damit der Mindestbestand nicht angegriffen wird
- Sicherheitsbestand / Mindestbestand
- eiserner Bestand
- Bestand, der nur in Notfällen angegriffen werden darf
- Z.B. Lieferverzögerungen
- Fixe Lagerkosten
- Abschreibung
- Personalkosten
- Versicherungen
- Miete / Pacht
- Grundsteuer
- Instandhaltungskosten
- IT-Kosten
- Variable Lagerkosten
- Energiekosten
- Innerbetrieblichte Transportkosten
- Fremdlagerung
- Nachtarbeit
- Lagerrisiken
- Verderb
- Schwund
- Diebstahl
- Feuer- / Wasserschäden
- Technische Veralterung
Kalkulationen
Handelswaren (12)
- Zieleinkaufspreis (ZEP) = Listeneinkaufspreis (LEP, immer netto) – Lieferrabatt (LR)
- Bareinkaufspreis (BEP) = ZEP – Lieferskonto (LS)
- Bezugspreis (BZP) = BEP + Bezugskosten (BK)
- Selbstkostenpreis (SKP) = BZP + Handlungskosten (HK)
- Barverkaufspreis (BVP) = SKP + Gewinn (G)
- Zielverkaufspreis (ZVP) = BVP + Kundenskonto (KS)
- Nettoverkaufspreis (NVP) = ZVP + Kundenrabatt (KR)
Bei Nettoverkaufspreis und Zielverkaufspreis muss von unten nach oben gerechnet werden
Deckungsbeitrag des Betriebsergebnis (16)
- Deckungsbeitrag = Nettoverkaufserlöse – Variable Kosten
- Betriebsergebnis = Deckungsbeitrag – Fixe Kosten
Herstellkosten des Umsatzes (17 u. 18)
| Fertigungsmaterial (FM) |
|---|
| + Materialgemeinkosten (MGK) |
| + Fertigungslöhne (FL) |
| + Fertigungsgemeinkosten (FGK) |
| = Herstellkosten der Erzeugung (HKE) |
| - Mehrbestand |
| + Minderbestand |
| = Herstellkosten des Umsatzes (HKU) |
Kostenträgerstückrechnung (19)
Kalkulation der eigenen Erzeugnisse
| Fertigungsmaterial (FM) |
|---|
| + Materialgemeinkosten (MGK) |
| = Materialkosten (MK) |
| Fertigungslöhne (FL) |
| + Restgemeinkosten (RGK) |
| + Fertigungsgemeinkosten (FGK) |
| + Sondereinzelkosten d. Fertigung (SEK) |
| = Fertigungskosten (FK) |
| Herstellkosten (HK = FK + MK) |
| + Verwaltungsgemeinkosten (HK * x%) |
| + Vertriebsgemeinkosten (HK * x%) |
| + Sondereinzelkosten des Vertriebs (SEK) |
| = Selbstkosten |
Maschinenstundensatz (20)
| kalk. Abschreibungen ( = Wiederbeschaffung / Jahre) |
|---|
| + kalk. Zinsen ( = ½ Anschaffung * Zinssatz (%)) |
| + Wartung pro Jahr |
| + Raumkosten pro Jahr |
| + Energiekosten pro Jahr |
| = Kosten der Maschine |
| = Maschinenstundensatz ( Kosten der Maschine / Stunden pro Jahr) |
Voll- und Teilkostenrechnung (24)
- Stückerfolg (Vollkosten) = Nettoverkaufserlös – Selbstkosten
- Deckungsbeitrag = Nettoverkaufserlöse – Variable Kosten
- Stückgewinn (Teilkosten) = Deckungsbeitrag – Fixkosten
Break Even Point (26)
- Gewinnschwelle = Fixkosten / Deckungsbeitrag pro Stück
Lagerkennzahlen
- Durchschnittlicher Lagerbestand = (Anfangsbestand + Endbestand) / 2)
- Gibt an, wie viel Stück des Produktes sich durchschnittlich im Lager befinden.
- Lagerumschlaghäufigkeit = Jahresverbrauch / Durchschnittlicher Lagerbestand
- Gibt an, wie häufig das Lager pro Jahr vollständig geräumt und neu bestückt wird.
- Durchschnittliche Lagerdauer = 360 Tage / Umschlaghäufigkeit
- Anzahl der Tage, an welchen sich das Produkt durchschnittlich im Lager befindet.
- Meldebestand = täglicher Absatz * Lieferzeit + Sicherheitsbestand
Auslastung
Kritische Stückzahl = Fixe Kosten pro Periode / Deckungsbeitrag pro Stück
Kritischer Beschäftigungsgrad = Kritische Stückzahl / maximale Betriebskapazität
Produktionsauslastung = Produziertes Stück pro Periode / maximale Betriebskapazität