Kaufvertrag
Zustandekommen (08)
- Zwei übereinstimmende Willenserklärungen
- Antrag: z.B. Bestellung, Angebot
- Annahme: Lieferung, Bestellung
- Fall 1: Käufer ändert rechtlich bindendes Angebot ab (z.B. anderer Lieferort)
- Antrag: Initiales Angebot vom Verkäufer
- Antrag: Abgeändertes Angebot vom Käufer
- Annahme: Auftragsbestätigung vom Verkäufer
- Fall 2: Verkäufer gibt Angebot ab, das eine Freizeichnungsklausel (FZK) enthält
- FZK: „Solange der Vorrat reicht“; „ohne Obligo“; „vorbehaltlich Materialverfügbarkeit“
- Angebot mit FZK ist nicht rechtlich binden
- Bestellung vom Käufer gilt als Antrag
- Auftragsbestätigung/Lieferung als Annahme
Verpflichtungsgeschäft (09)
- Verkäufer
- Ordnungsgemäße Lieferung (Zeit, Ort, Art und Weise)
- Geld annehmen
- Eigentum übertragen
- Käufer
- Ware annehmen
- Geld bezahlen
Erfüllungsgeschäft (09)
- Verkäufer tauscht Ware gegen Geld
- Käufer wird Eigentümer der Ware
- Verkäufer wird Eigentümer des Geldes
- Wird er Kaufvertrag rückgängig gemacht wird das Erfüllungsgeschäft rückabgewickelt
- Gutschein muss nicht angenommen werden!
Einkauf (10)
- Anfrage
- Kostet nichts
- Rechtsunverbindlich
- Formfrei
- Angebot
- Rechtsverbindlich
- An Person/Unternehmen gerichtet
- Anpreisung: Nicht an eine Person gerichteter Kaufhinweis
- Darf keine FZK enthalten
- Muss gültig sein (Datum)
- Erlischt wenn…
- Ausdrückliche oder stillschweigende Ablehnung
- Abänderung
- Annahme außerhalb der Frist
- Annahmefristen
- Mündlich: Solange das Gespräch geht
- Brief: 7 Tage
- Mail/Fax: 24 Stunden
Mangelhafte Lieferung (11)
- Beim Gefahrenübergang muss die Ware den folgenden Anforderungen entsprechen:
- Subjektive Anforderungen (Beschaffenheit, Eignung usw.)
- Objektive Anforderung (Verwendbarkeit, Beschaffenheit)
- Montageanforderungen (Durchführung, Anleitung)
- Gefahrenübergang: Punkt, an dem das Risiko des Transports an den Kunden übergeht
- Kostenübergang: Punkt, bis zu dem der Lieferant die Transportkosten übernimmt
- Mangelarten
- Montagemangel: Hersteller setzt Schraube falsch / Anleitung führt zu falscher Montage (IKEA-Klausel)
- Falschlieferung: Anderes Objekt erhalten als bestellt
- Zuweniglieferung: Weniger erhalten als bestellt
- Ware ungleich Werbung: Zugesicherte Leistung wird nicht erreicht
- Mangel in Beschaffenheit: Kratzer auf Neuware
- Mangel in Verwendbarkeit: Falscher Toner für Drucker
- Bei Sachmangel:
- Vorrangiges Recht: Nacherfüllung
- Verkäufer hat 2x die Möglichkeit für eine Nacherfüllung
- Verkäufer kann auch verzichten
- Möglichkeiten:
- Nachbesserung
- Neulieferung
- Nachrangige Rechte: Treten in Kraft, wenn die Nacherfüllung fehlschlägt:
- Rückabwicklung des Kaufvertrags
- Minderung (hängt von Akzeptanz des Käufers ab)
- Schadensersatz: Konkreter Schaden muss entstanden sein
- Ersatz vergeblicher Aufwendungen (Handy kann nicht verwendet werden -> Lieferant muss auch die Kosten für die Handyhülle übernehmen)
- Ausnahme: geringfügige Schäden -> kein nachrangiges Recht Rückabwicklung KV
- Vorrangiges Recht: Nacherfüllung
- Privatleute müssen nicht unverzüglich auf Mängel prüfen (2 Jahre Neue Ware, 1 Jahr Gebrauchte Ware) – Unternehmen schon (Offene Mängel sofort; Rest bei Bekanntwerden)
Handelswaren Kalkulation (12)
- Zieleinkaufspreis (ZEP) = Listeneinkaufspreis (LEP) – Lieferrabatt (LR)
- Bareinkaufspreis (BEP) = ZEP – Lieferskonto (LS)
- Bezugspreis (BZP) = BEP + Bezugskosten (BK)
- Selbstkostenpreis (SKP) = BZP + Handlungskosten (HK)
- Barverkaufspreis (BVP) = SKP + Gewinn (G)
- Zielverkaufspreis (ZVP) = BVP + Kundenskonto (KS)
- Nettoverkaufspreis (NVP) = ZVP + Kundenrabatt (KR)
Einzel- & Gemeinkosten (13)
- Einzelkosten: Kosten, die dem Produkt direkt zurechenbar sind (Materialkosten, Fertigungslöhne)
- Gemeinkosten: Kosten, die dem Produkt nicht direkt zurechenbar sind (Strom, Wasser, Verwaltung, Grundsteuer, IT-Support)
Berechnung der Herstellkosten des Umsatzes – HKU (17)
- Herstellkosten der Erzeugung (HKE): Summe aus folgenden Komponenten:
- Fertigungsmaterial (FM)
- Materialgemeinkosten (MGK)
- Fertigungslöhne (FL)
- Fertigungsgemeinkosten (FGK)
- Herstellkosten des Umsatzes (HKU) entspricht HKE nach Berücksichtigung der Bestandsveränderung:
- Unfertige Erzeugnisse: Anfangsbestand (AB) – Schlussbestand (SB)
- Fertige Erzeugnisse: Anfangsbestand (AB) – Schlussbestand (SB)
Bestandsveränderung (18)
- Mehrbestand: Jahresende mehr Ware im Lager als zu Beginn
- Hat noch keinen Verkaufserlös erzielt
- Differenz muss von den Herstellkosten der Erzeugung (HKE) abgezogen werden
- Minderbestand: Jahresende weniger Ware im Lager als zu Beginn
- Ware aus dem Lager hat Verkaufserlös erzielt
- Differenz muss zu den HKE addiert werden
Betriebsabrechnungsbogen (14 &15)
- Dient dazu die Gemeinkosten auf Funktionsbereiche aufzuteilen
- Dreisatzrechnungen mittels Verteilungsschlüssel
- Fertigungsmaterial, Fertigungslöhne & Bestandsveränderungen werden angegeben
- Herstellkosten des Umsatzes: siehe Kapitel 17
Maschinenstundensatz
Formeln (20)
- Kalkulatorische Abschreibungen = Wiederbeschaffungswert / Nutzungsdauer
- Kalkulatorische Zinsen = Halber Anschaffungswert * Zinssatz (%)
- Instandhaltung/Wartung = Instandhaltungskosten / Nutzungsdauer
- Raumkosten (Miete) = Raumbedarf (m2) * Kosten pro m2
- Energiekosten = Grundgebühr + Verbrauch
- Grundgebühr/Jahr = Grundgebühr pro Monat * 12
- Verbrauch = Energieverbrauch (kWh) * Preis/kWh * Laufzeitstunden
- Kosten der Maschine: Summe aus allem
Selbstkosten mit Maschinenstundensatz (22)
- Materialkosten (MK) = Fertigungsmaterial (FM) + FM * Materialkostenzuschlagssatz (MGK)
- Fertigungslöhne (FL) = Lohn/Stunde * Fertigungsstunden
- Restgemeinkostenzuschlag (RGK) = FL * Restgemeinkostenzuschlagssatz (RGK)
- Maschinelle Fertigungskosten (FGK) = Maschinenlaufzeit * Maschinenstundensatz
- Fertigungskosten (FK) = masch. FGK + FL + RGK
- Herstellkosten (HK) = MK + FK
- Verwaltungsgemeinkostenzuschlag (VwGK) = HK * Verwaltungsgemeinkostenzuschlagssatz
- Vertriebsgemeinkostenzuschlags (VtGK) = HK * Vertriebsgemeinkostenzuschlagssatz
- Selbstkosten = HK + VwGK + VtGK