Kommunikation
- Bereitschaft/Kompetenz des Einzelnen sich bewusst, offen und ehrlich mitzuteilen
Vier Verständlich Macher
- Einfachheit
- kurze, einfache Sätze
- Fachwörter werden erklärt
- Gliederung - Ordnung
- Ein Satz pro Gedanke
- Ein Absatz pro Thema
- Sichtbarer roter Faden
- Kürze – Prägnanz
- Aufs Wesentliche beschränkt
- Kurze Ausdrucksweise
- Konzentration aufs Thema
- Stimulanz
- Persönlich
- Interessant
- Anschaulich
- Abwechslungsreich
Nonverbale Kommunikation
- Blickverhalten
- Mimik
- Gestik
- Haltung
- Taktilität: Berührungen z.B. Händedruck
Gesprächstechniken
Erfolgreiche Kommunikation ist die, die Ziele und Bedürfnisse erreicht und im annehmbaren Rahmen befriedigt
Ich/Du-Botschaft
- Du-Botschaft: Wirkt oft als Angriff
- Ich-Botschaft: nicht provozierend, da es eine subjektive Äußerung ist
- Ich-Botschaft teilt Meinung mit und überlässt Einschätzung dem Zuhörer
- Ich-Botschaft stellt eigenen Standpunkt dar
- Beispiel:
- Du: „Du versuchts dich vor dem Sortieren der Ablage zu drücken!“
- Ich: „Ich werde diese Woche die Ablage nicht mehr sortieren.“
Feedback
- Rückmeldung des Empfängers auf die empfangene Mitteilung
- In eigenen Worten wiederholen, um Absicht abzugleichen
- Falls nicht übereinstimmt: Sender wiederholt diesen Teil
Aussagebereiche
Sachebene
- Aussage, die sich um den eigentlichen Tatbestand dreht
- z.B. weitere Informationen austauschen
Selbstaussage
- Rückmeldung des Verstandenen
- Warten auf Ergänzung/Richtigstellung/Bestätigung durch Sender
Beziehungsaussage
- Bezug nehmen auf die mitschwingende Beziehungsdefinition
- Dazu müssen beide Parteien bereit sein, sonst ggf. eher schädlich für die Kommunikation
Apell-Aussage
- Soll verhindern völlig aneinander vorbei zu agieren
- Kann Arbeitsklima verbessern
Drei-Stufen-Feedback
Problem
- Wahrnehmung, Interpretation und Gefühle verschmelzen in der Reaktion
- Dabei wird Wahrgenommenes und dessen Interpretation als wahr vernommen
- Beispiel:
- Wahrnehmung: Der Gesprächspartner zieht die Augenbrauen hoch
- Interpretation: Er ist genervt
- Gefühl: Ich bin enttäuscht
- Reaktion (Feedback): „Sie haben mir doch ihre Hilfe versprochen“
Lösung
- Drei-Stufen-Feedback verwenden
- Wahrnehmung
- Wirkung
- Wunsch
- Alle 3 Punkte werden dem Gesprächspartner mitgeteilt
- Beispiel:
- Wahrnehmung: „Mir ist aufgefallen, dass Sie am Telefon auf aggressive Kunden teilweise unfreundlich reagieren.“
- Wirkung: „Das kann leicht zu schlechten Bewertungen und Verlust von Kunden führen.“
- Wunsch: „Bitte reagieren Sie in Zukunft in solchen Situationen ruhiger.“
Aktives Zuhören
Verarbeitungsprozess, der Wahrnehmen, Deuten und Fühlen beinhält
Abstufungen
Spontanes Antwortverhalten
- Zuhören ohne Bezug auf die ursprüngliche Aussage meistens Selbstbezug oder Ratschlag
- Sender fühlt sich gehört, aber nicht verstanden
Feedback
- Reaktion auf Sachebene
- Sender wird Interesse und Achtung signalisiert
- Eigene Meinung wird zurückgehalten
Aktives Zuhören
- Wiederholt Informationsanteil und geht auf vermutete Gefühle vom Sender ein
- Sender fühlt sich ganzheitlich verstanden
Zuhörerreaktion „Türöffner“
- Einladung zur Kommunikation z.B.: „Ich würde gern hören, was Sie meinen“
- Gesprächsbereitschaft wird signalisiert
- Aufmerksamkeitsreaktionen um Interesse zu signalisieren z.B.: Blickkontakt, Nicken
Kommunikationsstörer
- Von sich selbst reden: Sender fühlt sich nicht wahrgenommen bzw. oberflächlich behandelt
- Lösungen/Ratschläge: Sender fühlt sich bevormundet
- Herunterspielen: Sender fühlt sich nicht ernst genommen
- Ausfragen: Zuhörer befriedigt persönliche Neugier. Sender kann sich nicht richtig mitteilen
- Interpretieren: Zuhörer lenkt Gespräch in eine Richtung
- Urteilen: Hilft dem Sender nicht
- Warnen/Drohen: Wertschätzung des Gesprächspartners geht verloren
Meta-Kommunikation
- Wenn das Gespräch nicht mehr sinnvoll verläuft
- Kommunikationsweise wird zum Thema des Gesprächs
- Nachdem die Kommunikation wieder auf sinnvolle Art und Weise hergestellt wurde kann zum eigentlichen Thema zurückgekehrt werden
- Wirkt befreiend und konstruktiv
4-Seiten/4-Ohren Modell
- Jede Nachricht kann auf vier Wege interpretiert werden
- Sachebene: Daten und Fakten
- Selbstoffenbarung: Gedanken und Gefühle des Senders
- Beziehungsebene: Wie steht Sender zum Empfänger
- Appell: Ziel des Senders beim Empfänger
Beispiel
| Sender | Empfänger | |
|---|---|---|
| Sachebene | Die Klausur war leicht | Die Klausur war leicht |
| Selbstoffenbarung | Bei mir ist die Klausur gut gelaufen | Er meint, er wird eine 1 bekommen |
| Beziehungsebene | Dir geht es bestimmt genauso | Er meint, ich bin schlechter als er |
| Appell | Erzähl mir, wie es bei dir gelaufen ist | Ich soll ihn bewundern |
Fragetechniken
Geschlossene Frage
- Ja/Nein-Antwort gefordert
- Verwendung: Kontrolle/Zeitsparende Informationsbeschaffung
- Darf nicht wie bei einem Verhör wirken
- Beispiel: „Kennen Sie unser neues Angebot schon?“
Offene Frage
- Ausgewogene Kommunikation
- Verwendung: Fordert wortkarge Menschen
- Fragender gibt Gesprächsrichtung vor
- Beispiel: „Welche Gründe sprechen für E-Autos?“
Alternativ-Frage
- Beinhält „oder“
- Verwendung: Entscheidungsfindung
- Strukturiert Gespräch stark
- Beispiel: „Möchten Sie einen BMW oder ein schlechtes Auto?“
Suggestiv-Frage
- Arbeitet mit Unterstellung
- Verwendung: Abzielen auf Widerspruch (Zuhörer soll korrigieren)
- Beispiel: „Nico, du bist doch auch der Meinung, dass BMW das bessere Auto ist.“
Rhetorische Frage
- Fragender antwortet selbst
- Verwendung: Aufmerksamkeit des Zuhörers wecken
- Beispiel: „Wollen Sie etwa, dass wir Pleite machen?“
GRIPS – Gesprächsvorbereitung
- G – Grund des Gesprächs: Warum soll das Gespräch geführt werden?
- R – Ratio: Wird vernünftig/rational an das Thema herangegangen?
- I – Intention: Was soll erreicht werden?
- P – Prioritäten: Was ist wichtig?
- S – Struktur: Welche Struktur soll das Gespräch haben?
ZEGUM – Gesprächsführung
- Z – Ziele: Was soll erreicht werden?
- E – Erklärung: Was sind Hintergrundinfos und Gründe?
- G – Gemeinsamkeiten: Wo ist man sich einig?
- U – Unterschiede: Wo gibt es unterschiedliche Ansichten?
- M – Maßnahmen: Wie geht es weiter? Worauf einigt man sich?
Kritikgespräch
Vorteile
- Mitarbeiter erkennt, dass Fehler in Ordnung sind und keine Perfektion erwartet wird
- Mitarbeiter erfährt Wertschätzung
- Motivation Fehler zu vermeiden
- Beziehung zwischen Führungskraft und Mitarbeiter wird verbessert
Anlässe
Anlass sollte dem Mitarbeiter kommuniziert werden
- Leistung weist erheblichen Mangel auf
- Klares Fehlverhalten vom Mitarbeiter
- Häufung von Fehlern in bestimmten Abläufen
Ziele
- Leistung des Teams zu verbessern
- Mitarbeiter bestmöglich unterstützen (Potentiale ausschöpfen)
- Zusammenarbeit verbessern
- Konstruktive Lösung gemeinsam mit Mitarbeiter entwickeln
- Konsequenzen für weiteres Fehlverhalten erläutern
- Herausfinden ob der Mitarbeiter Unterstützung benötigt
Rahmenbedingungen
- Zeitpunkt: Zeitnah nach dem Vorfall
- Ort: Neutraler Ort – Kein Verhör-Charakter (z.B. im rechten Winkel statt gegenübersitzen)
Vorbereitung
- Thema beschreiben
- Zeile definieren
- Konsequenzen für weiteres Fehlverhalten festlegen
- Vermutete Gründe für das kritisierte Fehlverhalten
- Auswirkung auf Team und Abläufe definieren
- Selbstverschulden überprüfen
Ablauf – 6 Phasen
- Begrüßung
- Freundliche Atmosphäre schaffen
- Anlass nennen
- Lösungsorientiertheit versichern
- Kritik benennen
- Eindeutig formulieren
- Versichern, dass das Fehlverhalten selbst beobachtet wurde
- Ruhig und sachlich bleiben
- Bei aktuellem Vorfall bleiben
- Stellungnahme des Mitarbeiters
- Möglichkeit geben für Mitarbeiter sich dazu zu äußern
- Klarmachen, dass Interesse an echten Gründen und nicht an Ausreden besteht
- Dranbleiben, bis der Mitarbeiter einsichtig ist und Konsequenzen erkennt
- Bewertung und Lösungsansätze
- Zusammenfassen des bisherigen Gesprächs
- Prüfen, ob Mitarbeiter die Faktenlage anerkennt
- Lösungsvorschläge erfragen
- Vereinbarung treffen – Kontrollen etablieren
- Konkretes Ergebnis des Gesprächs
- Folgetermine unterstreichen Ernsthaftigkeit
- Mitarbeiter hat Chance für die Umsetzung innerhalb eines festen Zeitraums
- Gesprächsabschluss
- Vereinbarung wiederholen
- Dankbarkeit für das konstruktive Gespräch ausdrücken
- Zuversicht äußern
- Mitarbeiter sollte das Gespräch mit gutem Gefühl verlassen
- Betonen, dass es kein Beziehungsproblem gibt
Reflektieren
- Im Anschluss des Gesprächs selbst reflektieren
- Konnte der Leitfaden beibehalten werden
- Wurde das Ziel erreicht?
- Welche Vereinbarung wurde getroffen?
- Wie hat man sich währen des Gesprächs gefühlt?
- Konnte man sachlich bleiben?
- Erkenntnisse festhalten für das nächste Gespräch